Sonnenwende am 20. Juni 2020 – wenn die Tage wieder kürzer werden und die Nächte länger

Der heilige St. Veit Tat bitn um a Scheit;

Wan’s ins koan Scheid nöd göbt’s,

So mocha ma koan Sunwendfeur nöd!

Spruch der Holz sammelnden Jugend

(Zitiert nach Baumgarten, Amand P.: Das Jahr und seine Tage in Meinung und Brauch der Heimat.

Hg. von Adalbert Depiny. Linz 1927, S. 37)

Erst seit wenigen Jahrzehnten ist es üblich geworden, die Sommersonnenwende zum astronomischen Termin, dem 21. Juni, durch Feiern und Feuer zu begehen. Im europäischen Brauchtum wird aber nachweislich seit einem halben Jahrtausend der Vorabend des 24. Juni, die Johannisnacht als „hohe Sonnwend“ oder als „Mittsommertag“ gesehen.

Die Johannisnacht am 24. Juni fällt in die Zeit der Sommersonnenwende, wenn der Sonnenstand am 21. Juni den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres bedingt. Das Brauchtum dieser beiden Tage verschmilzt miteinander.

Seit jeher wird die Sommersonnenwende als mystische Zeit verstanden, die von weltlichen und religiösen Feierlichkeiten begleitet wird. Im Volksglauben wirken in der Johannisnacht besondere Mächte in der Natur, die alle Kräuter und Heilpflanzen mit besonderen magischen Kräften ausstattet. Aus Heilkräutern band man einen Kranz, der – über Türen und Fenster aufgehängt – vor den Dämonen in dieser Nacht schützen sollte („Sonnwendkranzl“). Mit Johanni beginnt die Erntesaison, das Johanniskraut blüht um diese Zeit, die Johannisbeeren reifen und die Johanniskäfer (Glühwürmchen) schwärmen leuchtend aus.

Im Johannes-Evangelium verkündet Johannes der Täufer die Ankunft von Jesus Christus, dem Lichtbringer. Die angesprochene Lichtsymbolik findet im Brauchtum ihren Ausdruck: Die Johannisfeuer stellen die Sonne dar und sollen dem Sonnenlicht Beistand leisten. Vor allem im Mittelalter waren sie sehr beliebt und haben sich trotz der Verbote der Aufklärung bis in unsere Zeit erhalten. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Feiern zur Sommersonnenwende für ideologische Zwecke missbraucht.

Auch zu Ehren von weiteren Heiligen entzündete man im Juni Feuer oder Sonnwendfeuer wie Vitus oder Peter und Paul. Diese Feuerbräuche, oft allesamt als „Sonnwendfeuer“ bezeichnet verbindet man gerne mit größer angelegten Sommerfesten. Als typische Sonnwendspeisen galten dabei früher Hollerstrauben, Krapfen oder Pofesen.

Früher verbrannte man in den Sonnwend- oder Johannisfeuern alte Besen, Überreste des Maibaumes oder die dürren Zweige des Fronleichnamsschmuckes. Auf die Scheiterhaufen wurden häufig zwei Strohpuppen in alten Kleidern („Sonnwendhansel“ bzw. „Sunnawendhansel“ und „Sonnwendgretel“) gesetzt, die symbolisch böse Dämonen und Krankheiten abwehren sollten („Hanslverbrennen“). Meist tanzte man um das Johannisfeuer herum, sang Lieder und erzählte Geschichten. Über das Feuer zu springen sollte eine baldige Hochzeit oder Glück bringen und vor Krankheit schützen. Die Asche des Johannisfeuers streute man auf die Felder.

 

Quelle: http://www.brauchtumskalender.at/brauch-62-johannisnacht

100jähriges Verbandsfest auf 2021 verschoben – neuer Termin!!!!!

Auch das 100jährige Verbandsfest, welches heuer im Mai stattgefunden hätte, fiel der Corona Krise zum Opfer! Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Es steht nun ein neuer Termin fest,  das Verbandsfest wird nachgeholt und so, wie wir es im Salzkammergut gewöhnt sind: Mit Brauchtum, Tanz, Festumzug und allem, was zu einem Jubiläum dazu gehört!

101jähriges Jubiläum

des Verbandes der Heimat- und Trachtenvereine Salzkammergut in St. Wolfgang!

18. – 20. Juni 2021

„Gabel her, d`Messa g`wetzt, Knödl kemman jetzt!“

Mit dieser Tellerinschrift aus St. Willibald geht es in die Runde Zwei der kulinarischen Reise durch Oberösterreich.

Oberösterreich gilt als ein „klassisches“ Knödelland. Viele Gastronomen bieten jährlich Knödelwochen an. Varianten von süß und sauer wandern aus den Küchen zum Gast. Ein „Mittagessen ohne Knoan is nix“ behauptet manch Oberösterreicher, denn „wenn man keine Knödel isst, hat man den ganzen Tag Hunger“.

Zum einen ist es die Hülle, die verschiedenen Grundzutaten des Teiges, zum anderen ist es der Inhalt, der den Knödel ausmacht.

Aber Knödel können auch Suppeneinlage sein, Hauptspeise, Beilage (Semmel-, oder Erdäpfelknödel). Erstmals erwähnt wurden Knödel in Pergamentschriften aus dem Jahre 1000, die Hinweise auf Fleischknödel gab es in Klosterschriften des Mittelalters. Ursprünglich bedeutete das Wort Knödel eine Verkleinerung des mittelhochdeutschen „knode“ für „Knoten“.

Man kann behaupten, dass jedes Viertel in Oberösterreich seine eigene Knödelspezialität hat!

Holzhackerknödel

Zutaten:

3 Schöpfer Grobgrieß, 1 Schöpfer Mehl, Schmalz, Salz, Milch, Backschmalz

Zubereitung:

Grobgrieß und Mehl mischen. Mit heißem, eigrossen Stück Schmalz abbrennen, salzen und so viel siedende Milch daran gießen, wie Grieß und Mehl zu einem Teig aufnehmen. Eine halbe Stunde ziehen lassen (bis der Teig nicht mehr locker ist). Daraus Knödel formen und in heißem Schmalz schwimmend backen. Dann in eine Rein geben, siedende Milch darübergiessen und zugedeckt im Rohr oder auf dem Herd noch etwas dünsten lassen.

Gutes Gelingen!

 

Quelle: „Vom Essen auf dem Lande“

Franz Maier-Bruck

RUND UM DEN MAIBAUM IN OBERÖSTERREICH

Heuer fiel das Aufstellen des Maibaumes der Corona Krise zum Opfer!

Der Maibaum gehört zum Ortsbild der Gemeinden. Ein Ort ohne Maibaum bisher unvorstellbar. Angesichts der Einschränkungen durch die Corona Krise haben sich aber Familien, die in einem Haushalt wohnen, zusammengetan und privat im Garten einen Maibaum aufgestellt. Eine gute Idee, die vielerorts durchgeführt wurde und ein Einläuten in den Mai war. Nachstehend einen Überblick rund um die Geschichte des Maibaums, denn was heuer nicht geschehen konnte, findet im kommenden Jahr wieder statt, in jedem Ort in Oberösterreich, so wie wir es gewohnt sind und dem Brauchtum und den Traditionen entspricht!

Der Maibaum muss ohne technische Hilfe, also händisch aufgestellt werden. An den ersten und letzten drei Tagen darf der Maibaum gestohlen werden. Beim Stehlen: Der Maibaum darf nicht umgesägt werden, sondern muss in seiner ganzen Länge entfernt werden. Traditionelle Maibaumgesetze (Siehe Euler-Rolle, Andrea: Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus. Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis. Linz 1993, S. 67f.)

An den zentralen Plätzen in fast jeder Gemeinde Oberösterreichs steht ab 1. Mai der Maibaum, ein 20 bis 30 Meter hoher geschmückter Baum. Oberhalb des geschälten und entasteten Stammes ist ein grüner Wipfel („Kratz’n“, „Gressing“, „Grotz“) angebracht und zwei oder drei Kränze aus Reisig, die mit bunten Bändern geschmückt und mit Brezeln bestückt sind, hängen an seiner Spitze. Der Maibaum ist ein Lebens- und Fruchtbarkeitssymbol, früher tanzte man Volkstänze um ihn herum. Auch heute noch gibt es zahlreiche Bräuche rund um den Maibaum (Maibaumstehlen, Maibaum-Versteigern u.a.). Meist finden am 1. Mai große Dorf- oder Stadtfeste mit Musik, Tanz, Essen und Kinderprogramm beim Maibaum statt. Im Rahmen dieser Feiern können sich beim Maibaum-Kraxeln die Jugendlichen in Kletterwettkämpfen messen. Um die Angelegenheit zu erschweren, wird der Stamm des Maibaums manchmal mit Seife eingerieben.

In den ersten und letzten drei Mai-Nächten (bzw. in den letzten drei Nächten, in denen der Maibaum noch steht, wenn er zu Pfingsten „geworfen“ wird) wird der Maibaum streng bewacht. Meist versuchen Gruppen benachbarter Gemeinden, den Maibaum des jeweils anderen Ortes zu stehlen und gleichzeitig ihren eigenen zu verteidigen. Der Tradition nach wird der gestohlene Maibaum mit größeren Mengen an Bier ausgelöst. Wenn man sich beim Maibaum-Stehlen oder -Auslösen nicht an die lokalen Regeln hält, kann das zu Gerichtsprozessen führen.

Der 1. Mai gilt international als „Tag der Arbeit“ und ist in vielen Staaten der Erde ein gesetzlicher Feiertag. Die internationale Arbeiterbewegung bestimmte zu Ende des 19. Jahrhunderts diesen Tag als Feiertag für das Proletariat, anknüpfend an Massenstreiks am 1. Mai in den USA, in welchen die Reduktion der Tagesarbeitszeit auf 8 Stunden gefordert wurde. Dieser ursprüngliche Kampftag wurde 1919 in Österreich als Staatsfeiertag eingeführt. Damit nahm man ihm seine politische Brisanz, nachdem er seit Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr zum arbeitsfreien Tag erklärt worden war. Heute haben Mai-Umzüge und Veranstaltungen der verschiedenen politischen Gruppierungen städtisch-bürgerlichen Charakter, Mai-Kundgebungen mit ihren roten Fahnen, roten Nelken, Spruchbändern und Musik gelten als „rotes Gegengewicht“ zur Fronleichnamsprozession. (Siehe Ratzenböck, Anneliese und Euler, Andrea: Durchs Leben – durchs Jahr. Aktuelle Bräuche in Oberösterreich. Linz 2008, S. 81)

Ingrid Schuller

Fotos: Archivmaterial Verband Salzkammergut

Quelle: http://brauchtumskalender.ooe-volkskultur.at/

 

 

 

Kulinarische Reise durch Oberösterreich – Essen auf dem Lande und wie wir mit einfachen Rezepten unsere Kochkünste bereichern können.

„Dei Hitz is net z´grimmi,

net z´graoß is dein Frost,

ünsa Traubn hoaßt Hopfn,

ünsán Wein nennt má Most. 

Und zum Bier und zun Most

schmeckt á kräftige Kost,

und dö wachst olli Jahr,

mit da Naoth hat´s koan Gfahr!“

(Franz Stelzhamer)

Bauernküche und Hausmannskost bilden in jedem Land die einfache, aber solide Grundlage, auf der die Hohe Schule der Kochkunst aufbaut. Was unsere Großmütter und Urgroßmütter kochten und womit auch die moderne Hausfrau ihren alltäglichen Küchenfahrplan bestreitet, ist unverzichtbare Voraussetzung nationaler Kochkultur, erwachsen aus der gelebten Tradition überschaubarer Regionen.

Liebe Homepagebesucher- und besucherinnen!

Da in diesen Wochen das Vereinsleben eingeschränkt ist, viele Veranstaltungen abgesagt wurden und auch in nächster Zeit nicht stattfinden werden, gibt es nun wöchentlich ein Rezept zum Nachkochen und zur Belebung unserer Verbandshomepage.

Überlieferte und teils schon in Vergessenheit geratene Rezepte sollen zum Nachkochen anregen und wir würden uns freuen, wenn wir Fotos zugeschickt bekämen, welche auch auf der Homepage (Einverständnis vorausgesetzt) veröffentlich werden.

Gleich zum ersten Mal widmen wir uns dem Nationalgetränk der Oberösterreicher, dem Most.

Oberösterreich ist das „Mostland“ schlechthin, diese beliebte Landessäure besteht aus gerbstoffreichen Äpfeln und Birnen, ist ein traditionsreiches Getränk, das eine lange Geschichte hat und bis in die Zeit der Pfahlbaudörfer zurückgeht. Als „Most“ bezeichnete man im mhd. den unausgegorenen Fruchtsaft, eine Entlehnung aus dem lateinischen „mustum vinum“ – junger Wein.

Wein- oder Mostspalten

Man nimmt alte Semmeln, schneidet die Rinde weg, schneidet sie in Spalten, lasse sie in Wein oder gezuckertem Most anlaufen, dann werden sie auch im Mehl gut umgedreht und in heißem Schmalz gebacken. Sind sie gebacken, werden sie in mit Zimt vermischtem Zucker gewälzt und dann zu Tafel.“

Allein die Schlussformel weist darauf hin, dass das Rezept aus bürgerlich-höfischem Kreis stammt und sehr alt ist.

Literatur:

http://www.ooegeschichte.at

Vom Essen auf dem Lande – Das große Buch der österreichischen Bauernküche und Hausmannskost/Franz Maier-Bruck