GLÖCKLERLAUF – KUNSTWERKE AUF DEN KÖPFEN

Leider fällt auch der von vielen erwartete Glöcklerlauf  der Pandemie zum Opfer. Wie bekannt dieses Brauchtum und vor allem beliebt ist, lässt sich in dem 2020 von Sandra Galatz erschienenem Buch „Bräuche im Salzkammergut“ – Gelebte Tradition im Jahreskreis – nachlesen.  Darin schildert die Autorin  neben diesem Brauchtum die bunte Vielfalt der Bräuche des gesamten Salzkammerguts mit reichlich recherchierten geschichtlichen Hintergrund.

…sonst wären alle Tage gleich – ein Wegweiser durch den Jahreskreis

ISBN 978-3-7025-0948-4 – Verlag Anton Pustet – reich bebildert mit Farbfotos, Hardcover

Preis € 25,00/in allen Buchhandeln erhältlich.

 

GLÖCKLERLAUF – KUNSTWERKE AUF DEN KÖPFEN

Unter dem Namen „Glöckeln“ hat sich der Mummenschanz als Vorfasching etabliert. Da traben die Straßen entlang ein paar Dutzend kräftige Burschen, Naturturner von Ebensee, im Gänsemarsch heran, Hemden als Blouson umgeworfen, männigleich mit Kuhglocken behangen und transparente Papierlaternen der wunderlichen Formen auf den Köpfen. In kurzen Trotte führen sie auf den beschneiten Plätzen verschiedene Figuren aus und bimmeln dann, jeder ein paar Glöcklerkrapfen im Sacke, unverdrossen in ihr eine Stunde entferntes Dorf wieder heim …“  (Karl Steiner: Volkscharakter und Sitten in Gmunden. Chronik von Gmunden. Band I, 1873, S. 95)

Glöckler erhellen mit ihren bunten Lichterkappen heutzutage in fast allen Orten des Salzkammerguts die letzten Raunacht. In Ebensee, dem Geburtsort dieses Raunachtsbrauchs, laufen die Passen Achter und andere Figuren, im Nachbarort Traunkirchen hingegen nur Kreise – dafür wird hier als Besonderheit gesungen.

Am Ursprungsort des Glöcklerlaufes säumen alljährlich tausende Besucher die Straßen im Ortskern. Vom Balkon des Ebenseer Gemeindeamtes erklingen Bläserweisen und binnen einer Stunde können die Zuschauer die verschiedenen Glöcklerpassen bewundern. Diese Konzentration im Ortszentrum bildet aber nur einen Teil des Glöcklerbrauches. Der eigentliche Glöcklerlauf jedoch findet in den einzelnen Ortschaften statt.

Auszug aus dem Buch „Bräuche in Salzkammergut/Sandra Galatz

 

BRAUCH UND TANZ IM JAHRESKREIS – SCHULPROJEKT 2020

Schüler sollen Volkskultur aktiv erleben

Wie Klaus Huber in den OÖ Nachrichten am 12.3.2020 über unser Projekt so treffend beschreibt:

„Junge Männer können noch so cool auftreten, in einer Situation stoßen viele an ihre Grenzen ihrer Selbstsicherheit, wenn sie mit einer unbekannten, attraktiven Frau tanzen möchten. Darf ich mich trauen? Wer das von klein auf gelernt hat, kennt dieses Problem nicht. Deshalb empfiehlt sich die Teilnahme an diesem Schulprojekt. Zwei ausgebildete Kindertanzleiterinnen bringen Schüler spielerisch zum Tanzen und vermitteln ihnen gleichzeitig Lieder, Spiele und Bräuche. Sie sollen Volkskultur aktiv erleben. So funktioniert Nachwuchspflege ab der ersten Klasse Volksschule.“

Bewegung zur Musik aktiviert die Kinder nicht nur sportlich, sondern fördert auch die räumliche Wahrnehmung, rechts-links Koordinierung, Konzentrationsfähigkeit und soziale Kompetenz, so die Kindertanzreferentin Elfriede Schweikardt. Aber auch Rücksichtnahme und Toleranz sind gefragt, da nicht alle gleich talentiert sein können. Lustvoll und herausfordernd, so bezeichnete eine Schülerin die Tanzstunden in einem kleinen Brief als Dankeschön. Im Frühjahr 2020 wurde in 4 Schulen mit 19 Klassen in 60 Unterrichtseinheiten mit 342 Schülern getanzt.

Da macht das Weitergeben von Traditionen richtig Spaß!

Leider musste aufgrund der Corona Pandemie das Projekt am 15. März abgebrochen werden, sodass fünf angemeldete Schulen nicht mehr daran teilnehmen konnten. Aber es wird weitergehen, dessen sind sich die Kindertanzleiterinnen sicher! 2021 wird ein neues Schulprojekt gestartet.


 

 

 

 

 

 

Text und Fotos: Kons. Elfriede Schweikardt 

 

 

RUND UM ALLERHEILIGEN IN OBERÖSTERREICH

Sterben, Tod, Abschied von dieser Welt, das ist ein Kapitel, an dem man nicht vorübergehen kann. Unendlich oft werden wir im Laufe unseres Lebens damit konfrontiert. Nichts weiß der Mensch so sehr, als das er einmal sterben wird. Gerade zu Allerheiligen wird uns dies besonders bewusst und umso mehr denken wir an diesem Tag mit besonders viel Liebe an unsere Vorangegangenen.

Daher ist der 1. November kein Tag wie alle anderen. Obwohl das Fest Allerheiligen, der „Gedenktag der Heiligen“, allen Heiligen und MärtyrerInnen gewidmet ist, wird im Brauchtum das Totengedenken zelebriert, es ist der bevorzugte Termin für den Gräberbesuch. Am frühen Nachmittag finden kirchliche Friedhofsprozessionen mit Andacht, Segnung der Gräber und allgemeinem Totengedenken statt. Die Familien stehen an den Gräbern ihrer verstorbenen Angehörigen, die sie mit Kerzen und Lichtern („Ewiges Licht“, „Seelenlicht“), mit Herbstblumen und grünen Zweigen, mit lang haltbaren Moosgebinden und mit Trockengestecken verziert haben.

Zu Allerheiligen werden in vielen Orten Gedenkfeiern für die in den zwei Weltkriegen gefallenen Soldaten mit Kranzniederlegung abgehalten und Gedenktafeln, Gedächtnisstätten und Kreuze an Straßenrändern mit Blumen und brennenden Kerzen geschmückt.

Weitere Besonderheiten zu Allerheiligen: Versenken von Kränzen für Ertrunkene (z.B. Kranzversenken in der Marktgemeinde St. Nikola, bei dem zwei Männer mit einer Zille auf die Donau hinausfahren und in der Mitte des Flusses einen Kranz zum Gedenken an alle Ertrunkenen ins Wasser lassen). Turmblasen zu Allerheiligen (z.B. in Freistadt).

Seit dem Mittelalter wird am 2. November Allerseelen, das Fest zum Gedenken der Verstorbenen, gefeiert. Es ist dies der Tag, an dem man für die „Armen Seelen“ (die Verstorbenen im Fegefeuer) betet, um ihre Leiden im Purgatorium zu lindern und ihnen auf ihrem Weg in den Himmel beizustehen (im Volksmund „Armseelenkult“). Zahlreiche Volksbräuche sind mit diesem Tag verbunden. Nach katholischem Brauch kann der Allerseelenablass (Buße tun, Almosen geben und fasten sowie Friedhofsbesuch mit bestimmten Gebeten) dazu beitragen, dass den Verstorbenen im Fegefeuer die Sünden erlassen werden und sie daraufhin in den Himmel kommen.

Man bemühte sich daher an diesem Tag besonders um Bettler und Mittellose. Nach altem Volksglauben stiegen in der Allerseelenwoche die „Armen Seelen“ aus dem Fegefeuer zur Erde auf und erholten sich für kurze Zeit von ihren Qualen. Stellvertretend für diese hielt man für mittellose Menschen („Allerseelengeher“ oder „Arme-Seelen-Geher“) Brot, Essen und Allerheiligenstriezel bereit. Stellvertretend für diese beschenkte man mittellose Menschen und Kinder mit Allerheiligenwecken, Allerheiligenstriezel, Allerheiligen-Laibl (im Mühlviertel) oder „Seel-Wöckn“ (Allerseelenwecken).

 

Diese Gebildbrote sind meist aus Germteig oder Briocheteig geflochtene Zöpfe, die viele Bäckereien Anfang November unter dem Namen Allerheiligenstriezel anbieten. Auch heute noch erhalten viele Kinder von ihren Paten ein solches Gebäck, in welchem ein Geldstück steckt.

 

 

„Bitt recht schön um an Allerheiling-Striezel,

aber an weißen, weil an schwarzen kann i net beißen,

an langen, denn an kurzen kann i net daklangan.“

Antwort: „Vergelt’s Gott für die armen Seelen.“

Heischespruch der Allerseelengeher (Zitiert nach Euler-Rolle, Andrea: Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus. Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis. Linz 1993, S. 89)

Ein besonderes Gebildbrot ist die sogenannte „Himmelsleiter“ im Raum Kirchdorf an der Krems, die aus aneinander gereihten S-förmigen Stücken aus Brioche- oder Semmelteig besteht und seit Ende des 19. Jahrhunderts zu Allerheiligen nach der Anzahl der „Sprossen“ verkauft wird.

Auf den besonders geschmückten Gräbern brennen zu Allerseelen „Seelenlichter“, die die Verbundenheit zwischen den Lebenden und den Toten versinnbildlichen. Es finden, genau wie zu Allerheiligen, Gräberbesuche und Gedenkfeiern statt. Der Allerseelentag ist kein gesetzlicher Feiertag, aber Schulen und Universitäten bleiben geschlossen.

Quelle/Literatur: OÖ. Brauchtumskalender, siehe http://brauchtumskalender.ooe-volkskultur.at (Euler-Rolle, Andrea: Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus. Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis. Linz 1993, S. 90f.)

Text: Ingrid Schuller

Fotos: S.H./Archiv

Einladung zum Kindertanzseminar „Wurzeln für unsere Kinder“

Hand in Hand mitanaund
Symbolfoto

EinladungModul 1_21.11.2020 in Vorchdorf

 

Samstag, 21. November von 9:00 bis 17:00 Uhr

Kursort: Turnhalle Vorchdorf, Schulstraße 6-8, 4655 Vorchdorf

Kursinhalte: Kennenlernen überlieferter Tänze, Lieder und Spiele (umgestaltet zu Abstandstänze/Coronatänze).

Zwei Kurstage werden als abgeschlossenes Modul I der Ausbildung zum/r Kinder- und Jugendtanzleiterin anerkannt.

 

 

Alle Auskünfte und Informationen:

Kons. Elfriede Schweikardt – Referentin für Kinder- und Jugendtanz der Österr. Trachtenjugend (+43 676 343 4157)

Heidi Höniges – ausgebildete Kinder- und Jugendtanzleiterin sowie ausgebildete Kinderturnleiterin

Teilnehmer: mindestens 12 Teilnehmer/innen bzw. maximal 20 Teilnehmer/innen

Kosten: 35,00 Euro wird vor Ort in bar eingehoben

Anmeldeschluss: 4. 11. 2020

Die Organisatoren behalten sich vor, den Kurs kurzfristig abzusagen, falls die Coronafälle wieder enorm steigen.

Kulinarische Reise durch Oberösterreich

Ein Lied aus der Julbacher Gegend (Mühlviertel) schildert folgenden Speiseplan:

„Heint ham ma Montag. Da ham ma Sauerkraut!

Heint ham ma Dienstag. Da ham ma Leberknödel.

Heint ham ma Mittwoch. Da ham ma Dampfnudeln.

Heint ham ma Donnerstag. Da ham ma Fleischtag.

Heint ham ma Freitag. Da ham ma Fasttag.

Heint ham ma Samstag. Da ham ma Geldtag.

Heint ham ma Sonntag. Da ham ma Rasttag.“

„ISCHLER SCHMARRN“

Zutaten:

4 Eidotter, 4 Eiklar, 60 g Staubzucker, 50 g Mehl, Salz, 2 EL Rosinen, Butter, Zucker

Zubereitung:

Eiklar zu festem Schnee schlagen, Zucker einschlagen, dann das Mehl darunterheben, Prise Salz beigeben. Zuletzt die Eidotter und die Rosinen einrühren. In heißes Fett gießen, im Rohr oder zugedeckt auf dem Herd backen, umdrehen, zerteilen, fertig backen und zuckern. Dazu gibt man Zwetschken- oder Hollerröster.

In Bad Ischl kennt man auch „Lebzeltenomeletten“, mit Gewürzen bereitete Eierschneeomeletten.

Gutes Gelingen!

Quelle: „Vom Essen auf dem Lande“ (Franz Maier-Bruck)